Ford Mustang

Die 60er Jahre waren in den USA automobiltechnisch schon eine spannende Zeit. Die Ära der Heckflossen war längst vergangen und die amerikanischen Muscle-Cars wurden geboren, aber leider konnte sich der Normalverdiener diese PS-Boliden nicht leisten. Ford erkannte diese Lücke und brachte das Ponycar, den Ford Mustang auf den Markt: mit viel Power, muskolöser Optik und vor allem einem günstigen Preis wurde dieser Wagen zum Verkaufschlager.

Ein Exemplar dieses amerikanischen Traumes fand den Weg zu uns nach Hattingen. Wir waren gerade in der Einbauwerkstatt beschäftigt, als ein Motorengeräusch uns von der Arbeit ablenkte. Es klang befremdlich und doch wohl vertraut - ein Golf war das nicht! Es war das tiefe Kutteln eines V8, begleitet durch das Fauchen einer Auspuffanlage - ein ehrfurchterbietender Sound. Und dann bog er um die Ecke: ein 66er Mustang - geil!

Der stolze Besitzer bat uns, eine möglichst unauffällige Anlage zu integrieren, die einfach schönes Musikhören ohne Subwoofer oder Endstufen ermöglicht. Der Vorbesitzer hatte offensichtlich genau das Gegenteil verfolgt und sowohl die Heckablage als auch die Türen mit einer Armada von Lautsprechern bestückt: Koaxe, Mittel-Hochton-Einheiten im Aufbaugehäuse, quadratisch-unpraktische Wooferkiste - alles ein riesen Schwachsinn! Allein die Anzahl der Hochtöner auf der dadurch zerstörten Hutablage war ein Graus!

Die domminierenden Farben im Innenraum waren neben weiß rot, blau und dunkles Holz. Diese Kombination sollte sich auch in unserem Einbau wiederspiegeln. Wir machten uns an die Arbeit und integrierten ein Alpine CDE-9882 CD-Tuner in das Handschuhfach. Als kleine Zugabe installierten wir eine rote Beleuchtung ins Handschuhfach, denn serienmäßig bleibt das Fach dunkel, was die Bedienung des Radios unnötig erschwert. Die Heckablage ersetzten wir durch eine Echtholzplatte und beizten sie in dem Farbton der originalen Holzapplikationen.

Als Frontsystem kommt ein Eton Pro 170 zum Einsatz, dass komplett in den Fußraum wandern sollte. Hierzu haben wir zunächst die Fußraumverkleidung aus GFK nachgebaut um darauf ein Gehäuse für die Lautsprecher zu modellieren. So blieben die originalen Verkleidungen unangetastet und können im Bedarfsfall wieder zurückgerüstet werden. Die Position und der Winkel der Hochtöner wurde später in einer ausgiebiegen Hörprobe festgelegt und danach erst anlaminiert und gespachtelt.

Der abschliedende Soundcheck konnte sowohl uns als auch den Besitzer vollends überzeugen und zeigte wieder einmal, dass ein Hochtöner im Fußraum dank sorgfältiger Montage und Abstimmung in einem Oldtimer nichts Schlimmes sein muss. Dank des unverbauten Innenraums stellt sich nichts zwischen die Hochtöner und die Ohren des Fahrers und so gibt es tatsächlich eine Bühne auf dem Armaturenbrett. Der Klang ist wirklich stimmig und dank des sehr potenten Eton-Systems lässt auch der Pegel nicht zu wünschen übrig. Hin und wieder könnten verwöhnte Ohren natürlich die Abwesenheit eines Subwoofers oder einer Endstufe bemängeln, aber für ein schönes und entspanntes Musikhören reicht die Minimal-Anlage alle mal.
 


Das Ponycar von 1966 - Einfach nur schön

Der Innenraum im Originalzustand

Das Radio soll ins Handschuhfach, um die Optik nicht zu stören

Alpine CDE-9882 mit kleiner Lichtspielerei

Die Fußraumverkleidung: rechts original, links unsere GFK-Kopie

Unsere Kopie passt perfekt und ist bereit zur weiteren Bearbeitung

Mit Volumen und Ring für den TMT

Der Hochtöner wird anlaminiert

Beziehungskiste

Das erste Panel sitzt

Optisch unauffällig war der Plan und es ist gelungen

Die neue Heckablage aus Echtholz